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Reisebericht über die Sonneninsel Gotland in Schweden

Gepostet am 19. Sep 2014 in Aktuelles, Europa

Die schwedische Insel Gotland wird auch Sonneninsel genannt. Sie liegt umgeben von der Ostsee südlich von Stockholm und findet jährlich regen Zustrom von tausenden Besuchern. Einen Reisebericht von 2014 und warum Gotland manchmal leuchtet, gibt es jetzt zu lesen.

Gotland – ich bin unterwegs

Die Anreise von Deutschland ist per Fähre, Zug oder Flugzeug möglich. In meinem Fall geht die Reise mit dem ICE nach Kopenhagen. Von dort aus fährt die schwedische Regionalbahn weiter über Malmö bis Kalmar. Eine Fahrt dauert circa 4,5 Stunden. Anschließend Umsteigen in den Bus. Nach gut einer Stunde erreicht man Oskarshamn. Dort geht es mit der Fähre nach Visby. Vom Festland zur Insel sind noch einmal 3,5 Stunden.

Eine Alternative wäre mit dem Flugzeug nach Stockholm und von dort aus eine halbe Stunde mit dem Zug zum Fähranleger Nynäshamn. Die Überfahrt nach Visby dauert dann allerdings rund 4,5 Stunden. Die dritte Möglichkeit ist mit dem Flugzeug, denn der Airport Gotland wird von einigen Flughäfen direkt angeflogen. Ich bevorzugte die erste Variante, da ich einen Zwischenstop in Kalmar machen wollte und nicht unter Zeitdruck stand.

Visby's Stadtmauern mit viel Grün

Visby’s Stadtmauern mit viel Grün

Willkommen in Visby

Endlich da! Der Hafen liegt unmittelbar vor den Stadtmauern Visbys. Doch wenn man kein Hotel gebucht hat und nicht mit einem Wohnwagen unterwegs ist, bleibt nur noch Camping. Circa drei Kilometer nördlicher Richtung befindet sich ein Rastplatz direkt an der Straße. Viele Touristen legen hier einen nächtlichen Stop ein. Allerdings gilt das nicht für Camper mit Zelt. Jedenfalls erfuhr ich das im direkten Gespräch mit einer schwedischen Polizei-Patrouille. Erklärung: Innerhalb der Stadtgrenzen, die sich im Umkreis von 8 Kilometer erstrecken, ist Zelten generell nicht erlaubt. Ausnahme sind die offiziellen Campingplätze. Also was nun? Unweit des Rastplatzes befindet sich eine Steilküste, etwas außerhalb des Blickfeldes. Dort kann man sein Zelt aufschlagen, ohne gleich Besuch von der Polizei zu bekommen.

Wenn das Wetter mitspielt, kann man es auch direkt an den mittelalterlichen Stadtmauern probieren. Ein Zelt braucht man hier nicht. Dort befinden sich in südlicher Richtung einige öffentliche Hängematten – zwischen Stadtmauer und Steinküste. Perfekt für eine außergewöhnliche Übernachtung unter freien Himmel.

Ein Blick über die Dächer von Visby

Ein Blick über die Dächer von Visby

Die Insel erkunden

Ganz klar. Visby ist die Anlaufstelle Nummer 1. Die Stadt hat eine Menge zu bieten. Neben Museen, Kirchen und dem wunderbaren Blick auf die Ostsee, ist es vor allem aber der mittelalterliche Flair, der die Kleinstadt prägt. Zu nennen wären hier beispielsweise der Dom zu Visby (Sankt-Maria-Kirche), der Marktplatz und der Kruttornet (Pulvierturm). Mit 1 bis 2 Tage Sightseeing ist da man gut beraten.

Doch die Insel hat noch mehr im Angebot. Gleich um die Ecke befindet sich der Ort Kneippbyn. Hier ist ein Zeltplatz mit einem kleinen Vergnügungspark vorhanden. Aber auch die originale Villa Kunterbunt aus den Pippi-Langstumpf-Filmen. Weiter südlich und im Osten der Insel gibt es die Raukar zu bewundern. Das sind riesige Steinsäulen, die schon mal 10 Meter hoch sein können. Der weiche Kalkstein wurde durch jahrelange Verwitterung abgetragen. Dadurch entstanden kuriose Formen. Apropos Kalkstein. Das ist auch der Grund, warum die Insel so hell wirkt. Überall wo Steine aus der Erde ragen, leuchten sie in der Sonne.

Ebenfalls ein Trip wert ist die Nachbarinsel Fårö. Hier erwarten den Besucher lange Sandstrände und Natur pur. Wer nicht mit dem Auto auf Gotland unterwegs ist, kann auf ein gut strukturiertes Busnetz zurückgreifen. Allerdings sollte man sich mit dem Fahrplänen vertraut machen. Einige Busstationen werden nur selten angefahren. Wer noch umweltfreundlicher unterwegs sein will nimmt das Fahrrad. Gotland eignet sich hervorragend für ausgiebige Fahrradtouren.

Fotos: J. Sebök