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Megalithkultur im Sachsenwald

Gepostet am 6. Jan 2014 in Aktuelles, Europa

Ein Spaziergang durch den 70 Quadratkilometer großen Sachsenwald hat nicht nur Erholungscharakter. Zwei gut erhaltene Hünengräber liegen kurz vor Dassendorf. Die Gräber stammen aus der Jungsteinzeit und sind damit mindestens 5200 Jahre alt.

Die Großsteingräber bei Dassendorf

Dassendorf Hünengrab - Steinreihe

Dassendorf Hünengrab – Steinreihe

Die Alte Schulstrasse (L314) führt von Aumühle nach Dassendorf. Das kleine Örtchen im Kreis Herzogtum Lauenburg ist circa 40 Kilometer von Hamburg entfernt. Kurz vor dem Ortseingang liegen linker Hand zwei Großsteingräber. Sie werden auch Steinzeitliche Langbetten, Megalithgräber oder Hünengräber genannt. Im Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein sind sie unter den Nummern 772 und 773 registriert. Der Eingang befindet sich direkt gegenüber des Golfclubs. Mit dem Auto sind es von Aumühle circa 10 Minuten Fahrzeit. Die Straße L314 verfügt auch über einen Fahrradweg. Zu Fuß braucht man gut eine Stunde.

Dassendorf Hünengrab - gespaltener Monolith

Dassendorf Hünengrab – gespaltener Monolith

Das vordere Grab (Nummer 773) hat die Maße 35 Meter in der Länge und 7 Meter in der Breite. Die noch vorhandene Grabkammer zeigt einen großen horizontalen Monolithen mit Einkerbungen an der Oberseite. Laut Infotafel sind diese im 19. Jahrhundert entstanden, als man den Deckstein spalten und für Bauzwecke verwenden wollte.

Das hintere Grab (Nummer 772) ist 38 Meter lang und 6 Meter breit. Es liegt nur weniger Meter neben dem Ersten. Die rechteckige Steinfassung besteht nur noch lückenhaft. Auch hier wurden viele Steine für den damaligen Straßenbau genutzt.

Beide Hünengräber lassen sich in die Epoche zwischen 3600 und 3200 v. Chr. (Jungsteinzeit) datieren. In dieser Zeit wurden tausende dieser Gräber in Norddeutschland und Skandinavien errichtet. Dazu zählen beispielsweise auch die acht Hünenbetten „Alter Hau“. Sie befinden sich ganz in der Nähe etwas nördlicher im Billetal.

Monolith Detail

Monolith Detail

 

Grabhügel am Bismarck-Mausoleum

Friedrichsruh Hügelgrab Schneckenberg

Friedrichsruh Hügelgrab Schneckenberg

Auf dem Weg zurück von Dassendorf nach Aumühle laden die vielen Waldwege zum Erkunden ein. Der kleine Umweg führt nach Friedrichsruh. Unweit des Bismarck-Mausoleums liegt der Schneckenberg. Er ist direkt neben dem kleinen Bahnhof sichtbar. Dabei handelt es sich möglicherweise um einen vorgeschichtlichen Grabhügel. Er wurde bislang noch nicht weiter untersucht. Schade, denn er hat eine stattliche Höhe von 5,30 Meter und könnte unterschiedliche Gräber aus unterschiedlichen Epochen beherbergen. Niemand weiß, was bei einer archäologischen Ausgrabung ans Tageslicht käme.

Fotos: J. Sebök