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Insider Reisetipp im Nordosten Ungarns

Gepostet am 13. Mai 2013 in Aktuelles, Europa

Was Du nicht siehst im Ungarland, wenn Du als Pauschaltourist unterwegs bist.

Du hast Budapest mit vielen tollen Sehenswürdigkeiten angeschaut, Du hast im Plattensee gebadet, Weinberge und Sonnenblumenfelder im Vorbeifahren gesehen, die Hitze der Puszta gerade noch ertragen, typisch ungarische Souvenirs gekauft und wurdest zu Hause fast schon als „echter Ungarnkenner“ gehandelt. Aber ist so das wirkliche Ungarn, das echte Leben? Oder werden nur Klischees bedient aus einer vergangenen Zeit?

Schöner, liebenswerter und viel interessanter ist es Regionen zu besuchen, die nicht in einem Reiseführer genannt werden.

Boldogkövar – die Burg der glücklichen Steine

Burgruine Boldogkövar

Burgruine Boldogkövar

Schon von der Ferne ist sie zu sehen, auf einem Felssporn breitet sie ihre grauen Mauern aus und thront imposant über der flachen Landschaft. Boldogkövar – Burg Glücksstein, vor mehr als 20 Jahren noch eine Ruine, die immer mehr verfiel und von deren Zinnen man sehen konnte, wie die Bauern der Umgebung im Herbst ihre Felder abbrannten, um sie mit der Asche zu düngen. Es erinnerte an Kriegszeiten, überall zog Rauch und Qualm über die Felder. Wie viel kleine Tiere mussten das mit dem Leben bezahlen!

Die Zeiten haben sich geändert, die Burg mit ihren hellgrauen Kalksteinen hatte Glück, wie schon ihr Name sagt. Engagierte Menschen haben sich eingesetzt diese historische Sehenswürdigkeit zu erhalten. Heute hat man mit Geldern aus dem Europäischen Fond schon einen Großteil der Burg gut instand gesetzt. Herrlich ist der Blick übers Land. Auf einem schmalen und felsigen Pfad kann man die Burg umrunden. Eidechsen flitzen auf der sonnigen Seite über die Mauern, Greifvögel schweben über den Feldern. Der Innenhof der Burg mit seinen holprigen Steinen, der Zisterne, dem kleinen Museum und auch die Rundgänge zu den Wachtürmen sind beliebte Ziele für die Einheimischen am Wochenende.

Unterhalb der Burg liegt ein kleines Dorf. Noch sind nicht viele Möglichkeiten für Touristen, wie Übernachtung und Restaurants vorhanden, doch es hat auf jeden Fall noch den natürlichen ungarischen Charme, den manch einer sucht.

Wie finde ich den Weg zur Burg?

Boldogkövar von Außen

Boldogkövar von Außen

Im Nordosten Ungarns liegt die drittgrößte Stadt des Landes – Miskolc. Von hier startet man auf der Fernstraße E 71 Richtung Norden, bzw. Richtung Kosice (Slowakei).
Die Straße ist top und führt an den Orten Szikszo und einigen Dörfern vorbei. Bis zur kleinen Stadt Encs braucht man ca. eine halbe Stunde. Sie liegt rechterhand von der Straße, also rechts abbiegen und den Ort durchfahren. Man befindet sich jetzt in einem breiten Tal am Rande des Zemplener Gebirges. Links halten, also fast parallel zur E 71 und nach ca.20 Minuten erreicht man die Burg. Keine Scheu- auch wenn man sich verfahren sollte – jeder hilft, auch wenn man die ungarische Sprache nicht beherrscht.

Fotos: K. Sebök