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Simbabwe: Ein nicht so einfaches Land

Gepostet am 7. Jan 2012 in Afrika, Aktuelles

Simbabwe – ein Land, das vielen Europäern wie der wohl schwierigste Problemherd auf dem afrikanischen Kontinent erscheint. Hunger und Arbeitslosigkeit herrschen in vielen Gebieten vor, die Energie ist knapp. Seit vielen Jahren wird das Land diktatorisch regiert. Simbabwe hat eine der höchsten HIV-Infektionsraten der Welt – zwischen 24 und 35 Prozent der Bevölkerung haben sich bereits infiziert. Die Lebenserwartung der Bevölkerung Simbabwes ist eine der niedrigsten der Welt.

Ein Blick zurück – Simbabwe damals

Simbabwe: Ein nicht so einfaches Land (Foto: africa, Fotolia.com)

Simbabwe: Ein nicht so einfaches Land (Foto: africa, Fotolia.com)

Dabei war das Land Simbabwe einst eines der reichsten Länder Afrikas. Simbabwe blickt auf eine lange Geschichte zurück: Schon vor circa 2000 Jahren begannen Völker, auf das Gebiet des heutigen Simbabwe einzuwandern, so zum Beispiel die Vorfahren der Shona. Diese Gruppe stellt heute immerhin 80% der gesamten Bevölkerung des Landes Simbabwe. Schon früh konnte das Land wirtschaftlich aufsteigen, indem es Handel mit der ostafrikanischen Küste betrieb. Mitte des neunzehnten Jahrhunderts schließlich kamen die Ndebele auf das Land, die die Shona-Staaten unterwarfen. Heute machen die Ndebele aber nur noch ungefähr 13% der Bevölkerung aus.

Doch die Herrschaft der Ndebele sollte nicht lange halten: 1893 kaufte der englische Politiker und Kolonialist Cecil Rhodes das Land der Ndebele. Die Arbeit allerdings überließ er anderen: Europäer sollten mithilfe der Arbeitskraft der Einheimischen Bodenschätze fördern und das fruchtbare Land bebauen. Bald wurde das Land in Rhodesien umbenannt – es war zur Kolonie geworden. Doch bald erfolgte eine Teilung in Nord- und Südrhodesien. Beim heutigen Simbabwe handelt es sich um das ehemalige Südrhodesien. Die europäischen Kolonisten konnten ihre Vorherrschaft behalten – sie verwalteten das Land selbst, und ihnen war es vorbehalten, Land zu besitzen und auf den fruchtbaren Böden zu siedeln. Afrikanische Ureinwohner wurden abgedrängt und sahen sich damit konfrontiert, ihre Landwirtschaft in unfruchtbaren Regionen betreiben zu müssen, so gut es eben ging.

Das 20. Jahrhundert

Doch die Apartheid-Politik, die Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts in Afrika betrieben wurde, ließ auch in Simbabwe ihre Spuren. Unter Ian Smith erhob sich eine weiße Minderheitsregierung zur Macht und erklärte 1965 die Unabhängigkeit Rhodesiens, des heutigen Simbabwes. Die englische Krone sollte in Simbabwe keinen Einfluss mehr haben. Damit war man im Vereinten Königreich allerdings gar nicht einverstanden – weshalb Rhodesien weiterhin in der Monarchie unter der Krone blieb. Die vollständige Unabhängigkeit erlangte Simbabwe erst 1980 unter Robert Mugabe, der bis heute diktatorisch regiert.

Seitdem galt das Land Simbabwe als Vorbild auf dem afrikanischen Kontinent. Die Wandlung von Kolonie zum unabhängigen Staat war weitestgehend friedlich verlaufen. Die Regierung Mugabes hatte außerdem einen guten Anfang gemacht: Kleinbauern wurden gefördert und verschiedene Programme auf den Weg gebracht, die Gesundheit und Bildung verbessern sollten. Erste Erfolge konnten verbucht werden, doch Anfang der neunziger Jahre änderte Mugabe den Kurs des Landes. Er wollte neue Marktbedingungen schaffen, die ausländische Unternehmen ins Land locken sollten – doch die Kleinbauern sahen sich plötzlich durch Ressourcenmangel und finanzielle Nöte gefährdet und wurden den neuen Marktforderungen nicht mehr gerecht. Die Wirtschaft kam zur Stagnation, und die Arbeitslosigkeit stieg. 2008 wurde die Rate der Arbeitslosigkeit auf ganze 80% geschätzt – ein beinahe unvorstellbarer Wert. Durch misslungene Landreformen entstand außerdem eine Nahrungsmittelknappheit. Auch Obdachlosigkeit ist ein aktuelles Problem in Simbabwe.