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Kunst in Afrika: Nicht nur Masken und dicke Frauen

Gepostet am 23. Nov 2011 in Afrika, Aktuelles

Kunst in Afrika – bei diesem Stichwort tendieren die meisten Menschen wohl immer noch dazu, an wilde Masken und Statuetten von runden Frauen mit wogenden Brüsten zu denken. Doch der Kontinent Afrika hat es geschafft, eine vielfältige und spannende Kunst hervorzubringen, die seit Jahrhunderten eine beinahe unbegreifliche Faszination auf Menschen aus aller Herren Länder ausübt.

Vielfältiger, als man glauben mag

Kunst in Afrika (Foto: Piotr Sikora, Fotolia.com)

Kunst in Afrika (Foto: Piotr Sikora, Fotolia.com)

Dazu gehören natürlich längst nicht nur die allseits mit der afrikanischen Kunst in Verbindung gebrachten Masken – auch Bauwerke von architektonischer Wucht werden zu den Schätzen der afrikanischen Kunst gezählt. Man denke nur einmal an die berühmten Pyramiden von Gizeh oder die Sphinx, die alle bis dahin bekannten Bauwerke mit ihrer Größe und Raffinesse in den Schatten stellten. Die Pyramiden von Gizeh werden heute zu den sieben Weltwundern gezählt – und sie sind das einzige alte Weltwunder, was heutzutage noch zu besichtigen ist.

Während die architektonischen Wunderwerke aus alten Zeiten bis heute überdauern, fielen viele andere Kunstwerke der afrikanischen Kunst jedoch zum großen Leid der internationalen Kunstliebhaber dem Zahn der Zeit zum Opfer: Afrika war seit jeher von bäuerlichen Strukturen bestimmt. In der Kunst wurden somit der Natur entnommene Materialien verwendet – hauptsächlich Holz, das zu Skulpturen verarbeitet wurden. Doch Holz ist nichts, was für Jahrhunderte der Haltbarkeit gedacht ist: Termiten, Feuchtigkeit und schwierige klimatische Bedingungen haben viele Kunstwerke der Kunst in Afrika zunichte gemacht.

Kunstwerke aus Afrika

Richtig aufmerksam wurde die Gemeinschaft der Kunstinteressierten auch erst in den Zeiten des Kolonialismus: Seit Anfang des 20. Jahrhunderts begann mit der Kolonialisierung Afrikas eine wahrhaftige Sammelwut, die dazu führte, dass afrikanische Kunstwerke und die Kunst in Afrika nicht nur gesammelt, sondern auch erforscht und hoch geschätzt wurden. Museen und Sammlungen in Europa wollten mit afrikanischen Kunstwerken Besucherscharen in ihre Hallen locken. Die Kunst Afrikas, die so in unsere Gefilde getragen wurde, ist deshalb leider nicht älter als 150 Jahre – aber wenigstens ist sie erhalten.

Geprägt von Tradition und Mythen

Die traditionelle Kunst Afrikas ist seit jeher eng mit Tradition und Mythos verbunden. Da sich die Mythologien und Glaubenssysteme der einzelnen Stämme schon immer unterschieden, brachte auch jeder Stamm eine für sich spezielle Art der afrikanischen Kunst hervor. Über die Kunst in Afrika wurde die Welt der Ahnen, Götter und Geister beschworen.

In der afrikanischen Kunst hatten Masken durchaus nicht nur eine dekorative Funktion, sondern dienten als Schutz gegen böse Kräfte und sollten Krankheiten abwehren, waren Symbole der Fruchtbarkeit und wurden bei traditionellen Festen getragen, um die Präsenz der Geister zu symbolisieren. Auch kamen die Masken bei Initiationsriten und Trauerzeremonien zum Einsatz.

In der Region mit Mandé-sprechenden Ethnien wurden die Masken aus einfachen geometrischen Figuren zusammengesetzt. Auch ist eine Verbindung von Nase und Augenbrauen in Form eines Ts charakteristisch. Dabei wurde das Holz, aus dem die Maske geschnitzt war, in der Kunst Afrikas meistens naturbelassen oder aber mit Feuer schwarz versengt. In Regionen, in denen die Gur-Sprachen gesprochen wurden – wie Burkina Faso, Togo und Ghana –, waren Masken in der afrikanischen Kunst dagegen mit schwarzen, roten und weißen Mustern geschmückt und erzählten die Geschichte des Stammes.