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Reisebericht: Südafrika – Nicht nur für die Weltmeisterschaft berühmt

Gepostet am 11. Aug 2011 in Afrika, Aktuelles

Südafrika – zu diesem Stichwort fällt einem natürlich im Moment nur eine einzige Sache ein: die Fußball-WM 2010. In diesem Jahr wurde die Fußballweltmeisterschaft zum ersten Mal auf dem afrikanischen Kontinent abgehalten, und zwar in Südafrika, das sich in der Bewerbung um die Weltmeisterschaft gegen die Konkurrenten Marokko und Ägypten durchsetzen konnte. In zehn Stadien Südafrikas wurde eine der spannendsten Weltmeisterschaften aller Zeiten ausgetragen, deren Titel das siegreiche Spanien mit nach Hause nehmen konnte.

Eine Welt der Gegensätze

Reisebericht: Südafrika – Nicht nur für die Weltmeisterschaft berühmt (Foto: Onkelchen, Fotolia.com)

Reisebericht: Südafrika – Nicht nur für die Weltmeisterschaft berühmt (Foto: Onkelchen, Fotolia.com)

Trotz vorheriger Zweifel, Südafrika könne nicht über ausreichend Transportsysteme und Möglichkeiten der Telekommunikation verfügen oder Besucher und Spieler weder ausreichend Hotelplätze noch Sicherheit gewährleisten, war die Weltmeisterschaft in Südafrika ein voller Erfolg auf ganzer Linie.

Natürlich lässt sich nicht leugnen, dass Südafrika in seiner Vergangenheit kritische Zeiten durchgemacht hat: Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurden in Südafrika unter der Regierung der National Party die Strukturen der Apartheid und damit die Macht der Partei immer weiter ausgebaut. Die weiße Bevölkerung war zwar in der Minderheit, hatte aber trotzdem die Regierung des Landes Südafrika fest in der Hand – und etablierte einen rigorosen Rassismus. Wohngebiete von eurpäischstämmiger und einheimischer Bevölkerung wurden strikt getrennt, die Rechte der einheimischen Bevölkerung wurden immer weiter beschnitten, und es fand eine harte Ausbeutung statt. Erst in den neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts führten Protestmärsche, Streiks und auch Terrorangriffe in Südafrika endlich zur Abschaffung der Apartheid. Nelson Mandela wurde nach 27 Jahren aus dem Gefängnis freigelassen, und Schritt für Schritt verschwand die Apartheid aus den Gesetzestexten Südafrika.

Südafrika als politischer Brennpunkt, als Land der Apartheid und des Rassismus – dieses Bild konnte das südafrikanische Land über die Weltmeisterschaft erfolgreich abbauen. Südafrika ist mittlerweile ein wohlhabender Industriestaat, der nicht mehr zur Dritten, sondern zur Ersten Welt gerechnet wird. Allerdings darf sich nicht zu früh gefreut werden – besonders die Zustände in den ländlichen Gebieten abseits der großen Städte ähneln eher denen in Entwicklungsländern. Doch das muss in Zukunft nicht so bleiben – Südafrika ist reich an Bodenschätzen wie zum Beispiel Gold und Diamanten, aber auch Kohle, Eisenerz und Palladium. Ein Problem in der Weiterentwicklung der Wirtschaft Südafrikas könnten aber die häufigen Streiks bleiben – niedrige Löhne und schlechte Arbeitsbedingungen veranlassen die Arbeiter immer wieder dazu, dem Land salopp gesagt den Saft abzudrehen: 2007 kam es in Südafrika häufig zu Stromausfällen. Das schädigt natürlich die Wettbewerbsfähigkeit des Landes Südafrika.

Ideal für Tourismus: Natur und Tierwelt

Eines der wichtigsten wirtschaftlichen Standbeine Südafrikas ist und bleibt aber der Tourismus. Besonders durch den sicheren Verlauf der Weltmeisterschaft könnten auf diesem Feld in der Zukunft wieder Fortschritte gemacht werden. Der Tourismus ist schon seit dem Ende des 20. Jahrhunderts einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren für Südafrika. Touristen aus aller Welt kommen hierher, um sich berühmte Orte wie Sun City, den Kruger Nationalpark, Kapstadt mit dem Kap der Gutem Hoffnung oder die Drakensberge anzusehen. Ziel der Regierung Südafrikas ist eine verantwortungsvolle Entwicklung des Tourismus – so soll vor allem die einheimische Bevölkerung nicht nur an Planung und Entwicklung des Tourismus beteiligt sein, sondern auch von seinem Aufschwung profitieren. Deshalb ist die Einreise nach Südafrika für Touristen aus Europa auch relativ unkompliziert: Bei der Ankunft im Land erhält man einen Einreiseaufkleber, der üblicherweise für 90 Tage gilt.