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Ein Ort der Tradition und Moderne: Das Hamam

Gepostet am 26. Apr 2010 in Afrika, Aktuelles

Ebenso typisch wie Sonne und Wüste, ist in Tunesien, Marokko und Ägypten das Hamam. Das Hamam ist für die Einheimischen traditionell ein Ort der Entspannung, an welchem gleichzeitig die neuesten Nachrichten ausgetauscht werden. Will man in der arabischen Welt Klatsch und Tratsch erleben, ist das Hamam der richtige Ort dafür. In den Ferienanlagen trifft man dieses Dampfbad ebenfalls immer häufiger an. Jedoch ist das Hamam im Hotel eher für Entspannungssuchende, die ihrem Körper und Geist Erholung und Ruhe gönnen wollen.

Entspannungsmassage nach dem Dampfbad

Die Hamams können auf eine lange Tradition zurückblicken. Viele dieser Einrichtungen stehen schon seit Jahrhunderten. Das sieht man ihnen von außen zwar an, aber innen wird man von der peniblen Sauberkeit angenehm überrascht sein. Besucht man einen traditionellen Hamam muss man unbedingt auf die Geschlechtertrennung achten. Wie in den arabischen Ländern üblich, dürfen Männer und Frauen nicht gemeinsam die Annehmlichkeiten des Hamams genießen. Während es in manchen Dampfbäder lediglich unterschiedliche Zeiten für Männer und Frauen gibt, werden in anderen Hamams sogar getrennte Gebäude für beide Geschlechter zur Verfügung gestellt.

Die wohlige Temperatur in den Räumen liegt zwischen 50 – 70 Grad. Im traditionellen Hamam ist es die Regel, dass sich die Besucher gegenseitig einseifen und danach mit Handschuhen aus Ziegenfell oder Kamelleder, die besonders rau sind, massieren. Außerdem dienen warme Steine als Liegestatt. In den Hamams der Neuzeit steht für die Prozedur des Einseifens und der Massage Personal bereit.

Trend: Wellness

Entspannung pur: Wurzelholz mit Kerze (Foto: Bernd S, Fotolia.com)

Entspannung pur: Wurzelholz mit Kerze (Foto: Bernd S, Fotolia.com)

Im Hotel oder in der Ferienanlage sucht man traditionelle Einflüsse des alten Brauchtums im Hamam vergebens, zumindest was die Verfahrensweise der Anwendung betrifft. Hier hat man sich eher auf Wellness spezialisiert. Kosmetikbehandlung und Thalassotherapie werden angeboten und massiert wird von geschultem Fachpersonal. Im Dampfbad herrschen aber noch die gleichen Bedingungen. Hinterher kann man im Ruheraum den Meerblick genießen und sich gleichzeitig mit einem Peeling verwöhnen lassen. Oder man widmet sich einer weiteren Tradition im Norden Afrikas in dem man Pfefferminztee trinkt und frisches Obst dazu verspeist.

Hat man vor ein Hamam zu besuchen – und dabei spielt es keine Rolle, ob es traditionell oder modern ist -, sollte man zumindest das Hamam-ABC beherrschen. Dann kann man sich in aller Ruhe der Behandlung hingeben und puren Genuss erleben.

Einige wichtige Begriffe zum Hamam

Epilation: Eine Epiliermasse aus Zucker (helles Karamell mit Zitrone)
Heißer Raum: Ein Dampfkammer mit Temperaturen zwischen 30 und 50 Grad
Fouta: Ein Handtuch aus gestreifter Baumwolle
Tfal: Tonerde, welche mit Duftgeranien-Essenz parfümiert wird
Kessa: Ein rauer Handschuh für das traditionelle Peeling
Loufa: ein natürlicher Schwamm ebenfalls für das traditionelle Peeling
Kobkab: Holz-Schuhe