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Das nächste Abenteuer Iguazu

Gepostet am 3. Mrz 2010 in Aktuelles, Südamerika

Schade, die paar Tage in Buenos Aires sind viel zu wenig, schon sitzen wir im Überlandbus der Firma Tigre Iguazu und fahren Richtung Norden.

Ein riesiger Wasserfall im Iguazu Park

Ein riesiger Wasserfall im Iguazu Park

Bye bye Buenos Aires

Ein letzter Blick auf diese wundersame Stadt mit den prächtigen alten Kolonialbauten, deren bröckelnder Charme mich wehmütig stimmt. Je weiter wir aus der Stadt kommen, umso mehr fällt der Unrat und Müll auf, der sich stinkend am Straßenrand breit macht. Bettelnde Kinder mit abgerissener Kleidung sind das, was ich als letztes aus den Augenwinkeln beim Vorbeifahren erfasse. Wir lassen endgültig diese traurig schöne Stadt hinter uns. Siebzehn Stunden Busfahrt haben wir nun zu überstehen und dann wartet das nächste Abenteuer.
Bus-Tour bei glühender Hitze mit 31 Grad

Als wir nach der langen Fahrt aussteigen, knirschen meine Knochen. Zu lange saßen wir beengt im Bus, nur unterbrochen von kurzen Pausen, in denen ich feststelle, dass das Thermometer auf 31 Grad gestiegen ist, die Landschaft mehr und mehr von Palmen, Kletter- und Schlingpflanzen geprägt ist und der Staub auf meinen Schuhen eine rote Farbe hat.
Wir sind alle müde und der tropische rote Boden, den wir in der Schule im Geografieunterricht als Latosolboden bezeichnet haben, interessiert mich im Moment nicht besonders.
Wasserfälle im Iguazu Park

Nun aber auf zum Iguazu-Nationalpark. Hier im überraschend sauberen und gepflegten Park befindet sich einer der größten Wasserfälle der Erde. Auf einer Breite von ca.4 km stürzen hier 1,8 Millionen Liter Wasser pro Sekunde in eine 74 m tiefe Schlucht, ehe der Iguazu in den Parana mündet. Es lässt sich nicht beschreiben welche Naturkräfte hier wirken. Anfangs gehen wir an vielen kleinen Bächen vorbei, die zu reißenden Strömen werden, sich vereinigen und alles in sich hineinziehen, bevor sie in die „Garganta del Diabolo“, in die Teufelsschlucht stürzen.

Über stabile Stege können wir verschiedene Stellen des Iguazu -Wasserfalles ansehen. Ein Weg führt uns direkt an den Platz, an dem die Wassermassen eines besonders großen Falls auf dem Boden aufkommen. Der Lärm ist ohrenbetäubend.

Einfach gigantisch!

Ein gewaltiger Sprühregen nimmt uns jede Sicht. Wir reißen uns die Hemden vom Körper, breiten die Arme aus und überlassen uns den Naturgewalten. Im Nu sind wir durchnässt. Mit einem unbeschreiblichen Gefühl und einem breiten Lachen genießen wir diesen seltenen Augenblick.
Nach dem blauen Himmel kam der Regen

Nach dem blauen Himmel kam der Regen

Nach dem blauen Himmel kam der Regen

Wir sind nicht allein

Erst jetzt bemerken wir, dass wir nicht die Einzigen sind, die sich an diesem Naturschauspiel erfreuen. Andere Menschen stehen auch dort und versinken scheinbar in der donnernden Gischt. Viele von ihnen haben sich wie wir mit Begeisterung dem sprühenden Wasser hingegeben. Manche laufen mit einem gelben Cape durch den feuchten Wasservorhang, alle sind von dem gigantischen Spektakel fasziniert. So gewaltig ist die Natur und so klein der Mensch! Wir können uns erst nach langer Zeit von den Wasserfällen trennen

Der Weg nach Süden

Neue Eindrücke stürmen auf uns ein. Palmen, Pfeffergewächse, Orchideen säumen unseren Weg. Viele Stunden sind wir im Nationalpark und entdecken Echsen, Ameisenbären und unglaublich große Ameisen mit riesigen Mundwerkzeugen. Es ist phantastisch, unser Herz hüpft vor Freude.

Seit gestern sind wir wieder unterwegs. Von Iguazu am Drei-Länder-Eck Paraquay, Argentinien und Brasilien in Richtung Süden. Endlich wollen wir es wagen auch in abgelegenen Gebieten unsere Zelte aufzuschlagen.

Fotos: Travelglobe.de